In den 60er Jahren konnten Forschungsergebnisse belegen, dass die herkömmliche Therapie Wunden mit trockenen Auflagen zu behandeln die Wundheilung stört und verlangsamt.
Die moderne feuchte Wundversorgung war geboren. Die Wundtherapie kann nur erfolgreich sein, wenn der Mensch sich nicht auf seine Wunde reduziert, sondern als “Ganzes” betrachtet wird. Daher ist es wichtig, dass die Behandlung der Grunderkrankung mit in den Therapieplan eingebunden wird.
Neue Konzepte und Wundauflagen ermöglichen einen schmerzfreien Verbandswechsel, unterstützen den Zellaufbau und führen somit zu einer schnelleren Heilung. Von einer chronischen Wunde sprechen wir wenn eine Wunde nach 4- 6 Wochen keine Heilungstendenz zeigt. Normalerweise fördert der Körper die Heilung und die Wundheilung hält eine bestimmte Reihenfolge ein, mit dem Ziel wieder intakte Haut zu erreichen. Dieser “Fahrplan” kann durch verschiedene Einflüsse oder Grund- und Miterkrankungen gestört sein.
Die häufigsten chronischen Wunden sind:
In Deutschland leiden ca. 4 Millionen Menschen an einer nicht heilenden Wunde. Die Problematik ist sehr komplex, da sich die Behandlung über Monate bis Jahre hinziehen kann. Daraus ergeben sich hohe Behandlungskosten, verbunden mit häufigen Verbandswechseln und einer breitgefächerten Wundversorgung.
Die Zahl der Menschen mit chronischen Wunden ist ansteigend. Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, ein systematisches Wundmanagement mit einer objektiven Einschätzung, einer standardisierten Therapie und der Verwendung moderner Wundauflagen durchzuführen. Ziel der modernen Wundversorgung ist es, den Fahrplan der Wundheilung wieder zu normalisieren. Um diese Behandlungsziele zu erreichen wird im Team gearbeitet. Es gibt speziell ausgebildetes Pflegepersonal für die Behandlung chronischer Wunden. Die behandelnden Ärzte der verschiedenen Fachbereiche arbeiten mit Wundtherapeuten (sollten ein anerkanntes Zertifikat nachweisen) zusammen und ziehen fachübergreifend andere Anbieter wie Pflegedienste, Senioreneinrichtungen, Apotheken, Orthopädietechniker, Homecareunternehmen, Sanitätshäuser, Podologen (med. Fußpflege) hinzu.